Die Ballade von Herrn Werner.
 

"Heute buche ich mal einen guten Werbetexter."

Ein Satz, den man von Unternehmern nur selten hört. Im Grunde seltsam, denn mittelständische Werbung bedeutet fast immer Printwerbung: Anzeigen in Fachzeitschriften oder Tageszeitungen, Broschüren, Flyer, Werbebriefe,... sprich: jede Menge Text. Wäre es da nicht naheliegend, von Anfang an einen professionellen Texter einzuschalten?

Auch im Internet will man präsent sein: Da gibt es den Online-Shop oder zumindest eine digitale Visitenkarte, die klickbare Image- oder Produktbroschüre, deren Spritzigkeit man anmerkt, dass da ein Ingenieur oder Sachbearbeiter zum Texten abkommandiert wurde. („Bei uns macht das immer der Herr Werner.")

„Texte haben wir genug.”
Überhaupt scheinen Werbetexte immer das geringste Problem zu sein, denn die gibt es ja schon reichlich: Die Broschüre von vor ein paar Jahren, Produktbeschreibungen der Zulieferer und den ein oder anderen Werbebrief, der etwas über diesen und jenen Vorteil erzählt, ohne damit besonders erfolgreich gewesen zu sein. („Kein gutes Thema: Da hat der Herr Werner immerhin drei Tage dran gesessen.")

Text-Recycling: der Selbstschreibfehler Nr.1
Diese unglücklichen Textungeheuer müssen dann am Ende nur zu einem neuen Frankenstein zusammengebaut werden – und fertig ist die Fehlanzeige.

Seien Sie versichert: "Text-Recycling" funktioniert nie. Werbetexte wollen frisch gedacht werden. Jedesmal aufs Neue.

Mit einem Satz in Sicherheit.
In der Werbung gilt: Vor dem Layout kommt die Idee! Der zentrale Gedanke, der sich in einem Satz formulieren lässt, der alle Inhalte, die Ihre Werbung vermitteln soll, bereits in sich birgt. („Mittendrin statt nur dabei" ist z.B. ein solcher Gedanke.)

Bevor Sie einen Grafiker anrufen, sollten Sie Ihren Satz zumindest inhaltlich formulieren können. Da es aber nicht Ihre Aufgabe ist Sätze zu schmieden, sondern Ihr Unternehmen nach vorne zu bringen, brauchen Sie  – Sie ahnen es schon – einen Texter.

Ein guter Werbetexter macht nicht nur schöne Worte,

sondern zuerst einmal seine Hausaufgaben. Hier die Punkte, die klar sein sollten, bevor die eigentliche kreative Arbeit beginnen kann. Verwenden Sie diese gerne als Checkliste um zu prüfen, ob Sie mit Ihrer jetzigen Werbung auf dem richtigen Kurs sind: 

  • Benefit: Was hat Ihre Zielgruppe davon, wenn sie Ihr Produkt kauft (statt das der Konkurrenz)?
  • Reason Why: Warum können die Leute Ihnen das glauben?
  • Tonality: Wie sagen Sie es Ihrer Zielgruppe so, dass die auch zuhört? 
  • Insights: Wie tickt Ihre Zielgruppe? Was findet sie gut? Wo hält sie sich bevorzugt auf? Was bewegt sie?
  • Mediaauswahl: Wo treffen Sie Ihre Zielgruppe am ehesten? Ergänzen sich Offline- und Online-Werbung? Schaffen sie Synergien?

Wenn Sie sich diese Fragen selbst beantworten können, sind Sie theoretisch auch in der Lage, Ihre Werbung komplett in Eigenleistung zu handeln.

Das Problem bleibt natürlich der Herr Werner.

Andererseits lernen Sie ja gerade einen erfahrenen Werbetexter kennen .