Immer wieder derselbe Disput mit den Großgrundbesitzern.
Zur Zeit seien Hypothekenkredite so billig, da müsse man doch einfach Immobilien kaufen, finden die. Und überhaupt, wer zur Miete wohne, werfe sein Geld nur dem Vermieter in den Rachen und damit aus dem Fenster. (Kluge, ernste Gesichter, ein Hauch von Mitleid in der Stimme, sofern das Gegenüber zur Miete wohnt.)
Eine hundert Jahr alte Redensart lautet wie folgt: Wenn reiche Leute viele Kinder haben, sind sie mit Nachkommen gesegnet. Wenn arme Leute viele Kinder haben, sind sie asozial.
Die WELT, das neue Kampfblatt der Geld-Elite, gewinnt der Diskussion ums Elterngeld (vulgo: Wurfprämie) ganz neue Aspekte ab.
Kunden sind nicht länger Hunde. Sondern Katzen.
Ogilvy & Mather, eine Agentur, die ich aus persönlichen Gründen sehr schätze, hat Thesen für neue Werbestrategien ausgearbeitet. Zentrale Erkenntnis: Konsumenten sind keine Hunde mehr, die brav auf Kommando das Stöckchen holen, sondern Katzen, die lieber selbst entscheiden, wann und womit sie spielen wollen.
Ein altes Werbebranchen-Klischee besagt, dass Werber ständig koksen. Das trifft natürlich nicht auf alle zu. Texter beispielsweise saufen.
Gerade habe ich in dem netten Café an der Ecke den Focus von letzter Woche gelesen. Anschließend verspürte ich einen fast heiligen Drang, meinen Körper komplett enthaaren zu lassen (Brasilian-, Hollywood-, sonst-wo-Waxing) und abartig hässliche Anzüge von geisteskranken, britischen Designern zu tragen.
Nur weil es draußen regnete und der Kaffee echt schlecht war, habe ich in Rekordzeit zu mir selbst zurückgefunden.
Danke Petrus!
Gerade liest der Texter bei SPON: „Eine Salbe mit Nanopartikeln könnte eines Tages die heute gebräuchlichen Tabletten zur Behandlung von Erektionsstörungen ablösen. Die Partikel sollen den Wirkstoff durch die Haut zu den Blutgefäßen transportieren. Experimente mit Ratten verliefen vielversprechend.“
Der Boxsport bietet das härteste Konditionstraining überhaupt. Im Prinzip besteht es zu 60% aus Gymnastik unter verschärften Bedingungen und zu 40% aus verbissenem Exorzismus am Sandsack.
Ein Flashmob kommentiert die Phrasen der Kanzlerin mit begeisterten Yeah-Rufen. Sehr witzig. Interessant auch, dass sie in Politbüro-Manier mit keiner Silbe auf die Störer eingeht und ihre staatstragenden Rede durchzieht.
Für uns Deutsche ist anscheinend nichts so beunruhigend, wie ein endlos weites Feld ohne Orientierung spendende Grenzverläufe. Auf ungeklärtem Territorium ohne Wegweiser unterwegs zu sein, verursacht uns körperliches Unbehagen. Erst der Zaun macht uns den Acker zum Garten. Und das Internet wird erst durch ein Manifest…, ja, zu was eigentlich?